Fleischfressende Pflanzen im Blick
Führung mit Rudolf Höcker am Samstag, den 1.8. 2026 um 14:30 Uhr
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Teilnahme ist kostenfrei
Fleischfressende Pflanzen üben seit jeher eine besondere Faszination aus. Ihre ungewöhnliche Lebensweise wirft spannende Fragen auf: Wie kann es sein, dass Pflanzen Insekten fangen und verdauen? Warum haben sich solche besonderen Strategien entwickelt? Und wie wurden diese Pflanzen früher gedeutet, als man sich noch fragte, ob eine solche Lebensweise überhaupt „gottgewollt“ sein könne?
In der Führung durch den Botanischen Garten der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg stellt Rudolf Höcker verschiedene Arten fleischfressender Pflanzen vor und erklärt ihre raffinierten Fangmechanismen. Im Mittelpunkt stehen einheimische Arten wie Sonnentau und Wasserschlauch, aber auch karnivore Pflanzen aus anderen Teilen der Welt, darunter Schlauch- und Kannenpflanzen. Dabei geht es auch um überraschende Fragen: Gibt es fleischfressende Orchideen? Und wie gelingt die Verdauung tierischer Beute mithilfe anderer Lebewesen? Karnivore Pflanzen leben häufig in nährstoffarmen Lebensräumen wie Mooren und Sümpfen. Einige Arten wachsen sogar epiphytisch, also ohne direkten Kontakt zum Boden. Durch das Fangen und Verdauen kleiner Tiere gewinnen sie wichtige Nährstoffe, die ihnen an ihrem Standort fehlen. An anschaulichen Beispielen wird gezeigt, wie unterschiedlich diese Fangstrategien sind und welche ökologischen Bedingungen zu ihrer Entwicklung geführt haben.
Der Rundgang lädt dazu ein, diese außergewöhnlichen Pflanzen genauer zu betrachten und mehr über ihre Biologie, ihre Lebensräume und die Geschichte ihrer Erforschung zu erfahren. Dabei wird deutlich: Die Natur bringt immer wieder überraschende Lösungen hervor, die unsere Vorstellung von Pflanzen weit über das Gewohnte hinaus erweitern.

